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»Die kürzlich mit ihrer fünften Nummer erschienene Tübinger Literaturzeitschrift ]trash[pool verbindet von Begin[n] an Literatur mit Bildender Kunst, ambitioniertem Layout, graphischen Elementen im Text. Der Künstlerbund wiederum sucht dieses Jahr in seinen Ausstellungen den Brückenschlag zwischen Literatur und Bildender Kunst. Da bot sich eine Ausstellung an. […] Was sofort auffällt: Sie lassen eine Wand einfach frei, ausgerechnet die Galeriewand. Das hat bisher noch kein Aussteller hier fertig gebracht. Hatten sie nicht mehr? Was da ist, ist allerdings ausgewählt fein und legt den Akzent auch auf die graphische, bildnerische Seite. […] Zu allererst müssen da Karin Brosas Radierungen und Linolschnitte genannt werden, absurde Szenerien, Märchenwelten, Muybridge-Anlehnungen, Einzelausstellungs-würdige Arbeiten. Aber auch Michael Marschners Collagen mit den auffallend oft rauchenden, qualmenden Köpfen müssen die Tradition seines Dadamax-Genres in keiner Weise fürchten. Norman Leyman steuert schöne Holzschnitte und Druckzeichnungen bei. Und Hannah Nitschs Schrei hätte auch der Verfasser dieser Zeilen als Cover für den Ausstellungsflyer gewählt. […] Hier kocht kein Klüngel sein Süppchen, hier schreiben immer wieder andere, hier hat die Redaktion noch den Anspruch, zu zeigen, was literarisch so wächst und sich versucht. Es sind nun aber […] auch Textbilder in der Tradition der konkreten Literatur in der Ausstellung zu sehen. Am beeindruckendsten Simone Kornappels dreidimensionale Textkörper. […] Da steht zum Beispiel: „Muxmäuschen das abhusten von frührenaissance meint auswurf oder tussi in pastell.“ […] Kann sich alles sehen lassen.«
(Peter Ertle, Schwäbisches Tagblatt, 09.08.2014, Auszug)

»]trash[pool, die fünfte Nummer der Zeitschrift für Literatur & Kunst, zeigt vielfältige Tübinger Spuren. Matthias Lottner […] holt das Freundespaar Friedrich Hölderlin („Holder“) und Christian Ludwig Neuffer in einer Pop-Pulp-Variante in die trashige Gegenwart zwischen Bier, Benzin und Gewalt. […] Das Ich in einer „Skizze“ des Tübinger Rhetorikstudenten Yannick Lengkeek „will ersaufen im schwäbischen diminutiv“. Zwischen Staub, dem Unterweltfluss Styx und dem medizinischen Alarmbegriff Infarkt zitiert der 22-Jährige auch den quasselnden Alltag: „sind wir nicht auch so hatschi gesundheit danke?“ […] Die bildstarken Collagen des Stuttgarters Michael Marschner erinnern an stillgestellte Schocks. Er verfremdet Porträts, etwa mit architektonischen Elementen. Mund und Auge können darauf zu Einfallstoren für nicht mehr beherrschbare Gewalten oder Ängste werden (Gesamtgestaltung: Nadine Tsalawasilis).«
(dhe, Schwäbisches Tagblatt, 01.07.2014, Auszug)

»Ein soghafter Westernstil zieht einen ins vierte ]trash[pool-Heft hin: „Idaho Bangs hatte insgesamt drei Eisbären erschossen, einen im frühen Winter und die anderen beiden im Spätsommer.“ Die Autorin Jenifer Johanna Becker, geboren 1988, beherrscht die Lakonie einer US-Shortstory. Ihre Erzählung „Cape Brenton“ öffnet ]trash[pool […] für das Grenzland von Jagd, Splatter, Sexualität und Wildnis. In den grafischen Arbeiten von Praxis Koivo verbinden sich Holzschnitt und Druckzeichnung zu düsterer Expressivität. Menschliche Figuren und Torsi scheinen von geometrischen Formen zugerichtet, gar zerstückelt. […] Der reisende Bestsellerautor Ilija Trojanow entwickelt im ]trash[pool-Interview für das Fremdsein zweierlei Perspektiven: sich als Rechercheur bewusst seiner unbekannten Welt auszusetzen; als Autor aber „gewisse Formen der Fremdheit bestehen (zu) lassen.«
(dhe, Schwäbisches Tagblatt, 04.06.2013, Auszug)

»Die junge Zeitschrift ]trash[pool widmet sich auf verschiedene Weise dem sprachlichen Experiment. […] Es handelt sich um Texte, in denen man auf „die Vatersöhnin“ trifft, eine Stadt besucht, die „schneckengleich eingerollt unter einer nahrhaften Humusschicht die Jahreszeiten und globalen Moden überdauerte“ oder in denen „vier kleine rührkuchen dem lyrischen Ich ins Wort fallen“.«
(Ben Sonnborn, Federwelt – Zeitschrift für Autorinnnen und Autoren, Ausgabe Juni/Juli 2012, Auszug)

»Trashpool, genauer betrachtet ]trash[pool – Zeitschrift für Literatur und Kunst heißt die Tübinger Antwort auf die verwandten Magazine Edit (Literaturinstitut Leipzig) und Bellatriste (Hildesheim). Das Heft besticht durch eine ambitionierte Gestaltung mit graphischen Hinguckern. Hinter ihrem surrealistischen Cover präsentiert die aktuelle Ausgabe zahlreiche Texte als Schriftbilder.«
(dhe, Schwäbisches Tagblatt, 21.02.2012, Auszug, → Volltext)

»Das Tübinger Magazin ]trash[pool sammelt moderne Texte zeitgenössischer Autoren und eröffnet dem Leser einen neuen Blick auf den alten Literaturbegriff.«
(streetread.wordpress.com, 14.12.2011, Auszug, → Volltext)

»Zwischen diesen beiden Polen Brinkmann und George tastet sich die junge deutsche Literatur in sehr unter­schiedlich akzen­tuierten Such­bewegungen zu einer eigenen Ausdrucks­form vor. Wer die Magazine der jungen deutschen Literatur­szene studiert, Zeitschriften wie randnummer oder ]trash[pool, dem mag es schei­nen, dass sie den wütenden Auf­lehnungs­gesten eines Brinkmann deutlich näher sind als der erhabenen Selbstexklusion eines George. Speziell die Gedichte der jungen Autoren in ]trash[pool sind in erster Linie „Erkundungen für die Präzi­sierung des Gefühls für einen Aufstand“, wie Brinkmann eine seiner monu­mentalen Tage­buch-Collagen genannt hat. Viel Anfängerhaftes findet sich in der zweiten Ausgabe von ]trash[pool, aber auch ein sehr erhellendes Inter­view mit dem Über­setzer Ulrich Blumenbach, der den Sprachreichtum des hyper­realis­tischen Schrift­stellers David Foster Wallace erläutert.«
(Michael Braun, Poetenladen, 15.02.2012, Auszug, → Volltext)

»So trashig wie es ihr Name verspricht, ist sie nicht. Einen reichen Pool bietet sie trotzdem. […] [B]ei genauerem Hinsehen entpuppt sich das schlichte Heft als ein vielseitiges und erfreulich unprätentiöses Magazin, das sich vor allem der Literatur verschrieben hat. […] Das eigentlich Interessante an ]trash[pool ist jedoch, dass neben dem Rundumschlag durch die beiden Gattungen und die verschiedenen Stile die Zeitschrift noch mehr versammelt und versucht, hinter die Kulissen zu schauen. Natürlich sind Illustrationen mittlerweile Gang und Gäbe, ein Interview mit der Künstlerin – in dem Fall die oben genannte Karin Brosa – nicht unbedingt. Noch ein weiteres und sehr spannendes Interview ist zu lesen, Ulrich Blumenbach berichtet von seinem Selbstverständnis und seiner Arbeit als Übersetzer von David Foster Wallaces „Infinite Jest“ und dessen unvollendeten Roman „The Pale King“. […] Noch wesentlich auffälliger ist die Zuwendung  zur Slam Poetry, die zukünftig eine eigene Rubrik bekommen soll. Selbst, wenn es hier und dort Schnittmengen und Verbindungen gibt, auf Publikationsebene tritt die Slam-Szene selten genug auf, zumal nicht in den einschlägigen Literaturzeitschriften, die sich der Lyrik- und Prosaszene verschrieben haben. […] Das macht die ]trash[pool aus – sie ignoriert Konventionen, sie bedient keine feste Zielgruppe. Sie ist radikal offen, Betriebszwängen und -bedürfnissen gegenüber indifferent. […] Aus welcher Richtung man sich ihr nähert, man entdeckt mehr als das, wofür man gekommen ist.«
(Kristoffer Cornils, Fixpoetry, 14.02.2012, Auszug, → Volltext)

»Es gibt jetzt eine Tübinger Literaturzeitschrift, die sich als Organ für diese junge, der heutigen Lebenswirklichkeit verhafteten, sie in experimentellen, verspielten, trashigen Texten spiegelnde Art der Literatur versteht.«
(Peter Ertle, Schwäbisches Tagblatt, 13.02.2011, Auszug, → Volltext)

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